6 teure Fehler, mit denen Du bei Google Ads Geld verbrennst – James AI

Google Ads ist eine hervorragende Möglichkeit, mit der Du viele Nutzer auf Deine Seite lenken kannst. Jedoch birgt sie auch die Gefahr, sehr viel Geld unnötig auszugeben. Damit Du diese Fehler zukünftig vermeidest, haben wir sie hier für Dich zusammengestellt.

 

#1 Fehler: Gebotsstrategie Klicks maximieren

„Conversions maximieren“ und „Klicks maximieren“ sind für die meisten Zwecke schlechte Gebotsstrategien. Klicks maximieren ist standardmäßig eingestellt und wir können das am wenigsten empfehlen. Für Accounts bzw. Kampagnen, die neu aufgesetzt werden, ist diese Strategie schlichtweg ungeeignet.

Bei „Klicks maximieren“ ist das Ziel, wie der Name schon erahnen lässt, so viele Klicks wie möglich zu erhalten. Dabei ist es irrelevant, welchen Einfluss die erzeugten Klicks auf das Unternehmen und dessen Profitabilität hat. Am Ende des Tages sollte jedoch für Dich nicht im Vordergrund stehen, wie viele Klicks Du auf der Website hattest, sondern wie viel Umsatz und vor allem Profit Dein Unternehmen gemacht hat. Du bezahlst schließlich Deine Mitarbeiter auch nicht in Klicks, sondern in realen Euro.

Das bedeutet: Du musst Dir darüber im Klaren sein, was Dein Geschäftsmodell und Geschäftsziel ist. Auf dieses Ziel hin musst Du Dein Unternehmen optimieren und nicht auf eine Zahl, die keinen direkten Einfluss auf Deinen Umsatz hat.  

Klicks maximieren kannst Du gerne dann nutzen, wenn Du erst einmal so schnell wie möglich Daten sammeln und wissen möchtest, wen Du grundsätzlich mit Deinem Internetauftritt ansprichst. Diese Datenerfassung ist jedoch nicht ganz billig und solltest Du deshalb nur kurz durchführen. Bei Kampagnen solltest Du allerdings niemals langfristig die Gebotsstrategie „Klicks maximieren“ im Account haben. 

Wenn es darum geht, Profit zu erzielen, ist diese Gebotsstrategie nicht ideal, da, wie bereits erwähnt, die Qualität des Klicks hinsichtlich Deines Unternehmensziel nicht berücksichtigt wird.

 

#2 Fehler: Erster Klick oder Letzter Klick Attribution

Bis zum Kauf befindet sich der User auf der sogenannten Customer Journey. Sagen wir, dass der Nutzer nach einem besonderen Artikel sucht, er auf eine Suchanzeige bei Google klickt und in einem Online-Shop landet, dann ist noch lange nicht gesichert, dass er auch kauft.  

Es kann sein, dass er sich in diesem Moment gegen einen Kauf entscheidet, aber am nächsten Tag eine Displayanzeige in der Sidebar eines Blogs sieht, er auf den Link klickt und sich dann doch noch dafür entscheidet, das Produkt jetzt zu erwerben.

So oder so ähnlich werden häufig online Kaufentscheidungen getroffen. Nur ein Bruchteil der User kauft sofort bei der ersten Interaktion mit dem Online-Shop und fällt in der Regel erst nach mehreren Anläufen die Kaufentscheidung. 

Der Begriff Attributionsmodell beschreibt, wie jede einzelne dieser Interaktionen bewertet werden soll. Als datenorientierter Unternehmer möchtest Du schließlich ein Verständnis dafür haben, welche Kampagnen, wie viel zum Umsatz beitragen, um dann zu entscheiden, ob diese profitabel sind oder nicht.  

Es gibt unterschiedliche Berechnungsmethoden für die Attribution, doch die Varianten letzter und erster Klick sind am ungeeignetsten. 

Wenn wir annehmen, dass ein Interessent fünf Interaktionen benötigt, bevor er kauft, dann wäre die Berechnung nach dem Attributionsmodells „erster Klick“, dass der erste Klick dafür zu 100 % verantwortlich wäre und die anderen danach keinen Beitrag zum Kauf leisteten, ganz schön irreführend.

Bei der Variante „letzter Klick” verhält es sich entsprechend umgekehrt: Der letzte Klick vor dem Kauf bekommt zu 100 % die Konversion zugeschrieben und die restlichen Interaktionen 0%.  

In beiden Fällen ist klar, dass diese Konzepte zu unvollständigen Daten führen. Aus diesem Grund muss man von beiden Attributionsmodell abraten, da sie zu Fehlentscheidungen führen können und die angezeigten Daten fehlerhaft sind. Es wird nur ein Bruchteil des Funnels berücksichtigt und dieser falsch gewichtet. Beide Modelle erwecken den Eindruck, dass es die übrigen Interaktionen beim Kauf überhaupt nicht gegeben hätte!

Doch was gibt es für bessere Attributionsmodelle?

Sofern es die Auswahl erlaubt, solltest Du das datengetriebene Attributionsmodell wählen. Wenn Du dieses noch nicht auswählen kannst, weil Google entsprechende Konversionsdaten dafür fehlen, kann Du stattdessen auf das lineare Modell zurückgreifen.Beim datengetriebenen Modell versucht Google selbstständig zu bestimmen, zu wie viel Prozent die einzelnen Interaktionen zum Kauf beigetragen haben.  

Beim linearen Modell werden die einzelnen Interaktionen gleichmäßig bewertet. Das heißt: Falls fünf Interaktionen bis zum Kauf, also zu einer Conversion, stattgefunden haben, dann bekommt jeder Schritt (jede Interaktion) 0,2 Conversions angerechnet. Der ganz wesentliche Vorteil liegt darin, dass allen Interaktionen ein Beitrag für den Kauf beigemessen wird und nicht nur dem ersten oder letzten Klick. 

 

#3 Fehler: Display- und Suchnetzwerk-Anzeigen in einer Kampagne

Ein grundlegendes Prinzip bei der Analyse besteht darin, die Daten so sauber wie möglich zu halten. Aus diesem Grund solltest Du Displaykampagnen nicht mit Suchkampagnen vermischen. Achte daher beim Erstellen einer Kampagne darauf, die Display-Optionen auszuschalten. Es handelt sich beim Display- und Suchnetzwerk, um ganz unterschiedliche Medien, die sich dementsprechend auch anders verhalten.

Vermeide generell, unterschiedliche Daten zusammenzuführen. Gestalte Kampagnen so, dass Du ein sehr genaues Verständnis hast, was eine Veränderung verursacht hat. Je mehr Variablen Du hast, umso schwieriger kannst Du bestimmen, was funktioniert hat und was nicht.

 

#4 Fehler: Ziel-CPA oder Ziel-ROAS bei zu wenigen Conversions

Google bietet Dir sieben bzw. acht Gebotsstrategien, wenn Du „enhanced CPC“ als eine eigene Strategie definierst.  

Zu unseren Top 3 gehören die Ziel-CPA, die Ziel-ROAS und der Manuelle CPC.

Auch wenn Du nun die Möglichkeit hast, Ziel-CPA oder Ziel-ROAS auszuwählen, da Du laut Google genügend Konversionsdaten aufweisen kannst, müssen diese Strategien trotzdem nicht ideal sein. Als guter Richtwert für die Nutzung von Ziel-CPA und Ziel-ROAS sind fünf Konversionen am Tag. Falls Du weniger generierst, überleg Dir die Mikro-Konversionen zu messen und als Grundlage zu nehmen. 

Der Unterschied zwischen Makro- und Mikro-Conversion ist, dass Makro-Ziele direkt zum Umsatz beitragen und Mikro-Ziele unterstützende Aktivitäten sind. Das heißt beispielsweise: Wenn Du nur ein bis zwei Verkäufe pro Tag erreichen kannst (Makro-Conversion: führt direkt zu Umsatz), denk darüber nach, welche Schritte vorher stattfanden, die zu diesem Ziel beitragen haben. Vielleicht weißt Du, dass 10% der Leute, die eine bestimmte Produktseite aufgerufen haben, kaufen. Wenn Dein durchschnittlicher Warenkorb auf dieser Seite 50 € entspricht, kannst Du Dir schnell ausrechnen, dass statistisch ein Besucher Deiner Seite 5 € umsetzt und Du ca. zehn Benutzer brauchst, um eine neue Makro-Konversion zu generieren. Somit kannst Du für Dein Ziel-CPA auf maximal 5 € pro Besucher definieren.

Durch die vielen Mikro-Conversions (Besuch einer Seite), die zum Makro-Ziel beitragen (Kauf im Shop), kannst Du Google ausreichend Daten zur Verfügung stellen, so dass die Mikro-Conversions und schließlich auch die Makro-Conversion optimiert werden können.

 

#5 Auf Anzeigen für Tablets bieten

Tablets stellen uns im Bereich des Online-Marketings vor eine Herausforderung. Sie sind weder Laptops noch Handys. Technologisch betrachtet befinden sich Tablets im Limbus.

Viele Online-Marketer tun sich ohnehin schon schwer, ihre Seite mit einem Mobile Responsive zu gestalten. Noch schwieriger wird es, wenn Du nicht nur Handys, sondern auch Tablets für die optimierte Ansicht berücksichtigen musst. Daher sind die wenigsten Internetseiten auch an Tablets angepasst. So ist die Seite beim Aufrufen mit dem Tablet nicht selten verzogen und das Layout erscheint auf dem Display nicht in dem Maße ansprechend wie ursprünglich entworfen. Das ist ein ganz wesentlicher Grund, warum hier das Verhältnis von Kosten pro Konversion in keinem guten Verhältnis stehen. Denn für solche Konversions auf Tablet-Geräten gibst Du signifikant mehr Geld als für eine Kaufaktion auf dem Desktop aus.

Daher empfehlen wir Dir, auf das Tablet bezogene Gebote zunächst komplett auszuschalten. In den Einstellungen unter „Geräte“ findest Du die Möglichkeit, Gebote für Tablets um 100% zu reduzieren.

Eine gute Gebots-Strategie ist, zuerst das gesamte Budgets für Desktop-Geräte zu investieren, nach einer Zeit Handys hinzuzufügen und erst wenn Du Dir sicher bist, dass die Seite auch für Tablets wie gewollt aussieht, Tablets miteinzubinden.

 

#6 Fehler: Default Standort-Optionen

Die Standort-Option findest beim Erstellen einer Kampagne in der Kategorie Ausrichtung und Gebote. Damit Du sie aktivieren kannst, musst Du die erweiterten Einstellungen ausklappen. Dort siehst Du fünf Möglichkeiten:

Ziel

  1.  Nutzer in meinen Zielregionen bzw. Nutzer, die sich dafür interessieren (empfohlen)
  2.  Nutzer, die sich gerade oder regelmäßig in meinen Zielregionen befinden
  3.  Personen, die nach ihren Zielregionen suchen

Ausschließen

4.  Nutzer an ausgeschlossenen Standorten (empfohlen)

5.  Nutzer an ausgeschlossenen Standorten bzw. Nutzer, die sich dafür interessieren

Die beiden empfohlenen Optionen sind für Dich bereits standardmäßig ausgewählt. Zu Beginn einer Kampagne favorisieren wir allerdings eine andere Einstellung, da Du Deine Daten immer so sauber wie möglich halten solltest.  

Es ist nicht leicht nachzuvollziehen, was Google genau mit der Bezeichnung Benutzer meint, die sich für eine bestimmte Zielregion interessieren, und welche Datengrundlage diese Einteilung erfasst.

Bild der Standardeinstellungen bei Google Ads bezüglich des Standorts

Interessanterweise schließt Google standardmäßig nur diejenigen Personen aus, die sich an den ausgeschlossen Standorten finden. Das sind deutlich weniger Nutzer als bei der zweiten Option „Nutzer an ausgeschlossenen Standorten bzw. Nutzer, die sich dafür interessieren“.

Auch hier empfehlen wir, so viele Nutzer wie möglich auszuschließen und anfangs die Daten so möglichst klein zu halten.

Aus diesen Gründen empfehlen wir Dir folgende Einstellungen:

Wir möchten bei neuen Kampagnen nur Nutzer ansprechen, die sich auch wirklich in der Zielregion befinden, und alle Personen ausklammern, die sich an ausgeschlossenen Standorten befinden oder sich für die ausgeschlossenen Standorte interessieren. Deshalb haben wir die Standortauswahl wie folgt auf unsere Bedürfnisse eingestellt:

Wir empfehlen diese Einstellung des Standorts bei Google Ads

Fazit

Du siehst also, dass es ein paar fatale Fehler gibt, durch die Du mit Google Adwords viel Geld verlieren kannst. Auch Standardeinstellungen sind nicht immer so sicher, wie sie anfangs erscheinen. Wir hoffen, dass wir Dir hier ein paar Tricks zeigen konnten, Die Du noch nicht kanntest und durch die Du es in Zukunft schaffst, eine noch bessere Strategie mit Google Ads zu verfolgen.  

Wie haben Dir diese Tipps gefallen? Hast Du Dich jetzt selbst dabei erwischt, einen dieser Fehler begangen zu haben und wenn ja, welchen?

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